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Gesund bis der Arzt kommt + Fragen, die wir unseren Eltern stellen sollten (solange sie noch da sind)

2 Buchempfehlungen

Gesund bis der Arzt kommt: Ein Handbuch zur Selbstverteidigung“ heisst ein Buch von Bert Ehgartner. Auf der Verlagswebsite steht der kämpferische Klappentext:

„Durchschauen Sie die Gesetzmäßigkeiten des Gesundheitswesens und erkennen Sie die Eigeninteressen der Pharmaindustrie und Medizingeräte-Hersteller, der Ärzte und der Krankenhäuser. Finden Sie heraus, was tatsächlich sinnvoll für Sie und Ihre Gesundheit ist!“

Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

„Die medizinische Forschung hat so viele Fortschritte gemacht, dass es überhaupt keine gesunden Menschen mehr gibt.“Aldous HuxleyWas ist für das Gesundheitssystem noch lukrativer als ein Kranker? Richtig: ein Gesunder, der krank werden könnte. Das Zauberwort Prävention nämlich rechtfertigt unzählige und vor allem unsinnige Behandlungen und vermag die Anzahl der Patienten ins Unendliche zu steigern. Dabei sind die meisten der breit angewandten Therapien nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich. Und auch vor echten  Kranken macht der Renditezwang nicht halt: Er führt zu falschen Diagnosen, zu falschen Medikamenten und zu bösem Pfusch.Durchschauen Sie die Gesetzmäßigkeiten des Gesundheitswesens und erkennen Sie die Eigeninteressen der Pharmaindustrie und Medizingeräte-Hersteller, der Ärzte und der Krankenhäuser. Finden Sie heraus, was tatsächlich sinnvoll für Sie und Ihre Gesundheit ist!

Klappentext (Quelle: Amazon)

Unser Gesundheitssystem gibt sich schon lange nicht mehr nur mit der Heilung von Kranken zufrieden: Zahnprophylaxe, Tumorfrüherkennung, Impfungen, Kontrolluntersuchungen – die Krake der Prävention hat sich zu einer äußerst lukrativen Einnahmequelle entwickelt. Die Vermessung des menschlichen Körpers hat sich im Zuge dessen grundlegend geändert. Grenzwerte für Blutzucker oder Cholesterinspiegel werden gesenkt, um die Zahl angeblich gefährdeter Patienten in die Höhe zu schrauben. Immer genauere technische Geräte stellen minimale Veränderungen im Körper fest, die oft unnötigerweise als behandlungswürdig eingestuft werden. An konkreten Beispielen zeigt Bert Ehgartner nicht nur die gewinnorientierten Verstrickungen der Beteiligten, sondern bietet auch verblüffend positive Erkenntnisse – zum Beispiel wie wertvoll der Placebo-Effekt ist und wie Zuwendung und Zeit Medikamente ersetzen können. Wann wir tatsächlich Hilfe benötigen und was wir bei unserer Hilfesuche beachten sollten, erfahren Sie in diesem Buch.

Klingt interessant. Hier der Weblog des Autoren Bert Ehgartner.

Fragen, die wir unseren Eltern stellen sollten (solange sie noch da sind) von Marc Fischer

Beschreibung (Quelle: buecher.de)

Vater, Mutter- wer seid ihr eigentlich‘ Wir wissen wenig von unseren Eltern– vor allem nicht, wer sie sind, wenn sie nicht unsere Eltern sind. Kein Wunder: Wir haben sie nie gefragt. Wen liebtest du vor Mutter, Vater, und warum eigentlich‘ Hast du mal mit einer Frau geschlafen, Mutter‘ Wird die Welt größer oder kleiner mit den Jahren‘ Habt ihr je einen Fluchtplan aus eurer Existenz geschmiedet‘ Habt ihr eher zu viel zusammen ferngesehen oder zu wenig‘ Marc Fischer hat ein Buch geschrieben, das ausschließlich Fragen enthält und dabei eine Geschichte erzählt: die Geschichte unserer Eltern im Konjunktiv. Und eine Geschichte unserer Versäumnisse. Sie berühren etwas Verborgenes, diese Fragen, aber sie sind auch ein Spiegel, in den wir blicken, weil wir sie nie gestellt haben. Entschuldigung, aber sagt ihr „ficken“, „miteinander schlafen“ oder „Liebe machen“, wenn ihr miteinander ins Bett geht‘ Habt ihr mal mit der RAF sympathisiert‘ Wie oft denkt ihr darüber nach, was passiert, wenn der andere stirbt‘ Wir sollten sie fragen– solange sie noch da sind.

Klingt auch interessant.

Kaufen Sie Ihre Bücher bei Ihrem örtlichen Buchhändler, der keiner Buchhandelskette angehört (wenn es das bei Ihnen noch gibt): Think global – buy local.

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Die Wolken verderben uns in Europa den Himmel

Eine Anzeige in der Zeitschrift „medien + erziehung“ führt mich zu „TUMULT – Schriften zur Verkehrswissenschaft“ mit dem aktuellen Titelthema „Baudrillard fassen“.

TUMULT wird herausgegeben von Hanns Zischler in seinem Alpheus-Verlag, erscheint jährlich und behandelt interessante Themen: „Der hinreiszende Klang des Amerikanischen“ oder „Gesichtermoden“. Oder jetzt eben Baudrillard. Erst vorletzte Woche hatten wir „Cool Memories“ wieder aus dem Regal geholt und darin gestöbert. Und TUMULT scheint mir so stöberfähig zu sein, wie der MAMMUT aus dem März-Verlag, den ich seit einigen Wochen wieder durchstreife und auch so gehaltvoll wie die „Scheidewege – Jahresschrift für skeptisches Denken„, deren Jahrgang 1998/99 ich kürzlich wieder aus dem Regal genommen habe, weil ich Jürgen Dahl und Christian Schütze („Frieden durch Faulheit„) wieder lesen wollte. Hier der Klappentext zu TUMULT 34, wie ihn Amazon zitiert:

Die Wolken verderben uns in Europa den Himmel.Verglichen mit den endlosen Himmeln Nordamerikas und ihren Wolkenballungen sind unsere kleinen Schäfchenhimmel und Schäfchenwölkchen Abbilder unserer Schäfchengedanken, unserer niemals raumgreifenden Gedanken“ (Amerika, 28). / Baudrillard unter anderen Himmeln sehen: in China, Brasilien, USA mit anders raumgreifenden Gedanken, und aus einem Außerhalb seiner Lebenszeit. Aber auch: Baudrillard »am Himmel des Unaktuellen« (Cool Memories I, 99) in Europa sehen, wo er sich als die von ihm erträumte »radikale Objektivität« abzuzeichnen beginnt, die sich nicht mehr der wissenschaftlichen Erfassung erschließt, dafür den Blick auf die »Ironie des Weltprozesses« öffnet ein zu großer Versuch? // Von feinsinnigen Kennern der Verkehrswissenschaften, der Philosophie, der Künste und des Genusses seit Jahrzehnten verehrt und bewundert, war TUMULT auf eine wechselvolle Reise durch die Hände zahlreicher Verlage gegangen und dabei vor den Augen seiner Liebhaber immer wieder verschwunden, wie ein märchenhaftes Gerücht. / Seit 2006 erscheint TUMULT regelmäßig im Alpheus Verlag des Berliner Schauspielers, Schriftstellers und Gelehrenfreundes Hanns Zischler. / Alle Ausgaben sind reich illustriert und von herausragenden Grafikern individuell gestaltet. Die trotz modernster Technik teils kunsthandwerkliche Fertigung verleiht den Heften zudem eine einzigartige Anmutung.

Ich bestelle mir das aktuelle Heft per E-Mail bei meiner Buchhändlerin („think global – buy local“) und freu mich auf die Anregungen (nächste Woche und in zehn Jahren).

Gut gefällt mir auch die entspannte Haltung des Alpheus-Verlags, zwar Anzeigen für das neue Heft zu schalten und es bei Amazon zum Vertrieb einzustellen, aber den neuen Titel, der 2009 erschienen ist mit keinem Wort oder Bild auf der Verlagswebsite zu erwähnen. Und ich meine das nicht ironisch.