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Friedhof der Neontafeln – Die schönsten Leuchtreklamen Las Vergas in einem Freilichtmuseum in der Stadt der Sünde

Schon eine Zeitlang her, dass ich diesen wunderschönen Artikel bei eines tages /Spiegel-Online gefunden habe.

Friedhof der Neontafeln

Meterhohe Schriftzüge, stählerne Palmen und tanzende Hemden: Wenn in Las Vegas Casinos, Hotels oder Wäschereien pleitegehen, landen ihre Lichtertafeln auf dem Schrottplatz – oder dem Neon Boneyard. einestages zeigt die schönsten Leuchtreklamen des Freilichtmuseums mitten in der Stadt der Sünde.

Alle Lampen aus

In Las Vegas gibt es einen ganz besonderen Friedhof. Auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände mitten in Downtown ruhen ausgediente Neonreklamen von Casinos, Hotels und Wäschereien. Der Neon Boneyard ist eine Touristenattraktion – und das Projekt einer kleinen Gruppe von Einheimischen, die mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit für das Neon Museum versuchen, die Reklametafel-Kultur der Stadt der Lichter zu bewahren. Im einestages-Interview erzählt die Betriebsleiterin Danielle Kelly von der Schönheit eines leuchtenden Atompilzes und erklärt, warum man manchmal eine Neonreklame in neun Teile schneiden muss, um sie zu retten.

Das Interview führte Benjamin Maack.

Quelle: Spiegel-Online

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14 Milliarden Jahre Evolutionsgeschichte in 2000 Zeichnungen: Wie hat alles angefangen und wie wird alles enden?

Bei Spiegel-Online die Besprechung eines grandiosen Comic-Projekts vom Berliner Comicautor Jens Harder gefunden: „Alpha Directions“.

Titelbild „Alpha Directions“ vom Berliner Comicautor Jens Harder

14 Milliarden Jahre Evolutionsgeschichte in 2000 Zeichnungen: In seinem Mammutwerk „Alpha…directions“ erzählt der Berliner Comicautor Jens Harder von der Entstehung des Universums – und schafft dabei so verspielte wie wagemutige Motive.

Als ich etwa fünf Jahre alt war, machte man mir zwei Angebote zum ersten Verständnis der Welt. Das eine drückte man mir nach dem Kindergottesdienst als Belohnung für das Ausharren in die Hand: kleine, holzschnittartige Sammelcomics im Querformat, die biblische Geschichten erzählten. Bilder sollten uns verdeutlichen, was wir erzählt nicht verstanden.

Sternenstaub

Jens Harder weiß, was ich meine. Der Berliner Comicautor hat in seiner Kindheit ähnliche Dinge erlebt: Die oben angerissene Geschichte ist dieselbe, die sein aktuelles Comic erzählt. Im Anhang seines Buches „Alpha…directions“, in dieser Woche bei Carlsen in deutscher Erstausgabe erschienen, finden sich Skizzen, die er als Kind gemacht hat: Dinosaurier, natürlich.

Sie weckten bei ihm das Interesse an den Anfängen des Lebens. Harder lernte, und sein wachsendes Wissen um die Erklärungsansätze, die wir bisher gefunden haben, verdichteten sich für ihn zu einer kongruenten Geschichte.

Genau das ist der Witz an einer grundlegenden naturgeschichtlichen Bildung: Man sieht die Dinge nicht mehr isoliert, man deutet sie sich in ihren Zusammenhängen. Das Universum hat einen Beginn und wird wohl auch ein Ende haben. Es hat eine Geschichte, von der wir wissen, es hat räumliche und zeitliche Dimensionen. Die Dinge, wie sie jetzt sind, fußen auf dem, was einmal war. Wir alle, sagte Carl Sagan einst, sind aus Sternenstaub gemacht. Immer weniger Menschen sind sich jedoch darüber im Klaren, dass man diesen Ausspruch wörtlich nehmen sollte. Das ist ein erhebender Gedanke!

Mantra über das Wunder einer Schöpfung

Womit die Frage nach dem Motiv schon beantwortet wäre. Hier ist sie trotzdem: Warum setzt sich da einer hin und malt rund 2000 kleine, holzschnittartige Bilder, in denen er das vorherrschende wissenschaftliche Erklärungsmodell der Entstehung des Universums, der Erde, des Lebens und der Evolution abbildet?

Im Nachwort gibt Harder selbst die Antwort: weil das wissenschaftliche Bild der Welt gefährdet ist. Weil ein Wissen von der Welt dem irrationalen Wahn aber die Grundlage nimmt. Eine Kultur, die das Verständnis für die Zusammenhänge verliert, greift zurück auf zu einfache Erklärungen. Die Schwäche des wissenschaftlichen Lagers aber ist, dass es keine Angebote mehr macht, keine Bilder bietet, an denen man seine Gewissheiten ankern könnte.

Harder wollte mit „Alpha“ etwas schaffen, „ähnlich einer Bilderbibel, wie sie früher für Analphabeten herausgegeben wurde“. Denn nach wie vor komme uns die Geschichte der Entstehung des Lebens doch wie ein Wunder vor, schreibt er.

Unterhaltung und Bildung

Harder versteht den Comic als Bildreigen, der hier und da sparsam von kurzen Texten gestützt wird. Er bewegt sich dabei durch rund 14 Milliarden Jahre Universumsgeschichte, ohne wirklich den Versuch zu machen, diese zu erklären – er zitiert nur aus den Schätzen der Erkenntnis. Man kann den Fluss seiner Bilder lesen wie ein Mantra über das Wunder einer Schöpfung, die mühelos ohne Schöpfer auskommt.

Insofern ist dieses Comic ähnlich wie die Bibelgeschichten meiner Kindheit: Es sind Visualisierungen zumindest halb gekannter Vorgänge, sonst lässt sich damit wenig anfangen.

Das alles ist äußerst ambitioniert, eine opulente Feier der menschlichen Erkenntnis- und Erklärungsfähigkeit. Harders Bilder sind Anker, an denen man seine Gewissheiten festmachen kann, sie visualisieren die ungebrochene Kontinuität unserer Welterklärungen. Was dabei als Produkt herauskommt, sprengt Raster: Es ist nicht Unterhaltung, weil es zu sehr Bildung ist, es ist nicht Bildung, weil es zu sehr Kunst ist – und so weiter.

„Im Grunde genommen“, zitiert Harder Stephen Hawking, „bewegen nur zwei Fragen die Menschheit: Wie hat alles angefangen und wie wird alles enden?“

Quelle: Spiegel-Online

Website von Jens Harder

Zivilcourage: "Man muss kein Held sein, um zu helfen"

Drei junge Frauen gingen in der Frankfurter U-Bahn auf einen Mann los, der einen Streit schlichten wollte, und schlugen ihn krankenhausreif. Die anderen Fahrgäste schauten tatenlos zu. Der Anti-Gewalt-Trainer Jens Mollenhauer erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview, wie man die Angst zu helfen überwindet. mehr…