Schlagwort-Archive: Lebensfreude

SEEED ist geil und Friedrich Lichtenberg ist SUPERGEIL

Erstmal was zu meiner begeisterten Nutzung des Adjektivs „geil“, die hier im öffentlichen Raum nie sexuell konnotiert ist. (Gib mal das Wort in der Suche dieser Seite ein, vor allem Musikvideos wirst Du finden). „Die Grundbedeutung des Wortes findet sich bereits im Althochdeutschen geil. Damals war das Wort »geil« vor allem auf die Natur gemünzt …“ Der ganze Absatz zur Herkunft bei Wictionary:

Herkunft: mittelhochdeutsch geil, althochdeutsch geil, germanisch *gaila- „lustig, lüstern“. Das Wort ist seit dem 8. Jahrhundert belegt. Die Grundbedeutung des Wortes findet sich bereits im Althochdeutschen geil. Damals war das Wort »geil« vor allem auf die Natur gemünzt, wovon noch die „Geilstelle“ erzählt – Wiesenflecken zum Beispiel, die besonders dicht und grün bewachsen sind. Verwandte Worte gibt es in vielen germanischen sowie einigen baltischen Sprachen, wobei die Bedeutungen erheblich variieren. So beispielsweise altenglisch gal (lustig, lüstern), altnordisch geiligr (schön), gotisch gailjan (erfreuen), lettisch gails (wollüstig) und litauisch gailùs (beißend, scharf). Eine einheitliche zugrundeliegende Form ist umstritten. Diskutiert wird aber die Ableitung aus einer indogermanischen Wurzel *ghei- mit der Grundbedeutung »verlangen, begehren«, aus der sich auch Geier und Geiz ableiten ließen.

Hier nun der eigentliche Anlaß für diesen Post: Ich war im Sommer mit meinem Sohn beim Konzert von Seeed in Bensheim und habe gerade dieses Video vom Seeed-Ferropolis-Konzert gefunden und Gänsehaut bekommen- GEIL:

Werde hier sicher noch einige Seeed-Videos ergänzen, denn Seed sind wirklich Geil.

Und UNBEDINGT hierher gehört das schöne, wirklich supergeile Lied und Video von Friedrich Lichtenberg „Supergeil“:

Andere alte Autos, alte Gedichte, alte Kamera und alte Sachen

Ach, was hab ich plötzlich eine Sehnsucht mit einem alten Auto loszufahren, meine alte Hasselblad mitzunehmen, alte Fotos zu machen und alten Gedanken hinterher zu hängen. Alt ist das neue Neu. Alte Bücher mitnehmen (Tom Robbins), alte Gedichte lernen (Goethe und Max-Hermann Neiße), alt zu sein, langsam zu sein (jung ist immer schnell). Welchen Cabrio hatte Arno damals in Vauxtin? War das ein Peugeot 504:pagenstecher-300_PEUGEOT_504_Cabrio

Und von Max-Hermann Neiße ist das wunderschöne Gedicht „Dein Haar hat Lieder, die ich liebe“, das ich auch auswendig gelernt habe. Gedichte auswendig lernen ist auch altmodisch, aber ich mag es, auch wenn ich mir manchmal ein leidenschaftliches „Nein“ einfange, wenn ich (ganz) selten frage, ob ich meinem Gegenüber eins aufsagen darf (klingt wie die Bitte um Erlaubnis, auch seltsam).

Max-Hermann Neiße (Foto: Max Glauer, 1867–1935)

Max-Hermann Neiße (Foto: Max Glauer, 1867–1935)

Der schöne 504-Blog, den ich auf der Google-Bildersuche nach „Peugeot 504 Cabrio“ gefunden habe, hat mich auf die Idee gebracht, diesen Beitrag zu schreiben.

Wunderschönes Lied, in dem eine wunderschöne Frau wunderschöne Gesten macht

Ich habe es geschafft! Endlich wieder außerhalb von Facebook in meinem eigenen Blog zu posten (automatisch wird das dann in Facebook, bei Twitter und LinkedIn veröffentlicht). Es gibt gute Gründe für und gegen Facebook für mich. Schlecht ist beispielsweise, daß ich bei Faebook meine Posts dort nicht durchsuchen kann, da ist die Verschlagwortung und Kategorisierung und die Suche im Weblog einfacher und interessanter. Für mich das ultimative Sommer-Video ist dieses wunderschönes Lied vom Michael Franti, wo eine wunderschöne Frau wunderschöne Gesten macht:

Interpretin ist Jennie Batchelder. Dazu unter dem Video folgende Infos:
„Michael is a huge supporter of the ASL (American Sign Language) Community and for many years has invited ASL interpreters onstage at his shows and for eleven years at the annual Power to the Peaceful Festival. Check this ASL music video of ‚The Sound of Sunshine‘ and come on down to this year’s festival on September 10-12, 2010. Credits: Interpreted by Jennie Batchelder

Jennie Batchelder

Jennie Batchelder

In der TAZ (gefunden bei Facebook) einen interessanten Artikel über Gehörlose gelesen: Eintauchen bei den Gehörlosen, Zwischen Genozid und Cyborgs. Gehörlose diskutieren im Netz rege über ihr Verhältnis zum Rest der Gesellschaft. Gibt es ein Recht auf Taubheit? Oder sollte man gleich Cyborg werden?

Und noch ein Video über die gehörlose Piratin und Bloggerin Julia Probst in FINGERZEIG

Mascha Kaléko: Sozusagen grundlos vergnügt

Endlich wieder ein schönes Gedicht zum auswendig lernen. Danke an S.

———————————————

Sozusagen grundlos vergnügt

Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen
Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
– Dass Amseln flöten und dass Immen summen,
Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen,
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht
Und dass die Sonne täglich neu aufgeht,
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn,
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
– Weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben,
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!

Ich freue mich, dass ich… Dass ich mich freu.

von Mascha Kaléko.

Mascha Kaléko bei Wikipedia

Alle Werke von Mascha Kaléko sind urheberrechtlich geschützt. Für eine entsprechende Genehmigung wenden Sie sich bitte an:

Textboerse Lore Cortis
Landshuter Allee 42
D-80637 München
Tel. + Fax: 089-18 47 06
E-Mail: lore.cortis@t-online.de

Frieden durch Faulheit – Der erste Eintrag

Habe einen neuen Blog begonnen, um die Materialien für meinen Ratgeber „Frieden durch Faulheit – Mehr Zeit, Mehr Geist, Mehr Lebensfreude“ (Arbeitstitel) zu sammeln, zu strukturieren und zu veröffentlichen.  Ich möchte einen Verein gründen, ein Buch schreiben und diesem eine CD-Kompilation mit Musik zum Thema beilegen. Meine Zielgruppe bin ich selbst und alle, die freiberuflich oder festangestellt manchmal das Gefühl haben, das Leben rauscht an Ihnen vorbei und sie bräuchten mal wieder Urlaub.  Meine Devise soll sein: „Ein Leben zu leben, von dem ich keinen Urlaub brauche.“

Der Münchner Publizist und Journalist Christian Schütze hat 1990 in einer Ausgabe des Magazins Geo einen Artikel mit dem Titel „Frieden durch Faulheit“ veröffentlicht. Titel und Inhalt haben mich nachhaltig beeindruckt (damals bedeutete dass den direkten Weg zum Kopierer um den Artikel an Freunde zu verteilen und zu senden). Am 22. Juli 1990 hatte ich mit Rosy E. die Idee zu einem Verein „Frieden durch Faulheit“, der sich der geheimen Sehnsucht nach Faulheit „aktiv“ widmen sollte.

Christian Schütze schrieb in dem Artikel unter anderem: „Der dem Menschen von Natur aus angemessene Zustand ist nicht der Achtstundentag, sondern die Nichtarbeit. Die Ausbreitung des heutigen Typs von Homo Sapiens über die Erde begann vor etwa 40 000 Jahren, der Arbeitszwang ist erst 4000 Jahre alt – ein Folge unkluger Vermehrung. Die Verklärung der Arbeit zur heiligen Pflicht, der Irrtum, daß der Mensch den Sinn seines Lebens arbeitend erfahre, ist noch kein 2000 Jahre alt.“

Welche Themen hier angesprochen werden, wird sich zeigen, auf jeden Fall werde ich die Orte in meiner Stadt und an anderen Stellen vorstellen, wo ich mich zum Arbeiten und Nichtstun wohl fühle (die vom Soziologen Ray Oldenburg so genannten: „Third Places – Cafés, Coffee Shops, Bookstores, Bars, Hair Salons and other Hangeouts at the Heart of a Community”. Dazu bei Commercial Communities: „Oldenburg nannte solche Treffpunkte “third places”, neben und zwischen dem eigenen Zuhause als “first place” und der Arbeit als “second place”, und begriff sie als unverzichtbare Verbindungsglieder, deren privilegierte Aufgabe es ist, zwischen Individuum und Gesellschaft zu vermitteln, und die zugleich ein „soziales Zuhause“ anbieten, wo man sich jenseits von Familie und Arbeitsplatz in Anwesenheit von anderen aufgehoben und geborgen fühlen kann.“).

Ich schreibe das in Darmstadt, in der kleinen Bibliothek im Prettlakschen Haus, die über den Prinz-Georg-Garten zugänglich ist. Hier stehen drei Tische mit je vier Stühlen, auf drei Seiten Bücherregale und eine Fensterseite mit Blick in den wunderschönen Prinz-Georg-Garten. Den Raum betritt man über einen Teppich mit einem großen hessischen Löwen, der den Dreck von den Schuhen aufnimmt (!).  Sehr ruhige, entspannte Stimmung, ab und zu kommen Leute zum Büchergucken. Es gibt hier keine Toilette, kein Wasser, kein Strom, nur den Raum, Tische, Stühle und die Bücher. Sehr angenehm. Öffnungszeiten: März – Oktober täglich von 07.00 bis 19.00 Uhr, November – Februar täglich von 08.00 bis 17.00 Uhr.

Besonderer Tipp: In der Gärtnerei nebenan kann man Pflanzen und Gemüse aus dem ehemaligen Großherzoglichen Garten kaufen.