Schlagwort-Archive: Angst

David Cooper über Sucht

Sucht bedeutet wesentlich, mit der eigenen Freiheit russisches Roulette zu spielen. Überlebt man das erste Mal, ist es, um das mindeste zu sagen, wichtig, sobald als möglich die Entscheidung zu treffen, den Abzug nicht weiter zu bedienen. … Bei der Sucht entsteht die Veränderung nicht aus der analytischen Einsicht, sondern durch die intentionale Veränderung der eigenen Praxis, der Veränderung seines Lebens im richtigen Kontext. … Manche Drogenabhängigkeiten mögen in der Tat Sicherheitsvorkehrungen sein, die auf ein Bleiben in der Welt gezielt sind oder auf die Aufrechterhaltung eines minimalen Kontakts mit der normalen Welt. Zigaretten (und Alkohol und andere Drogen) können wie Nabelschnüre sein zwischen der normalen Welt und einem Selbst, das sie transzendieren möchte, vor der Freiheit des Überschreitens aber Angst hat. (David Cooper, Von der Notwendigkeit der Freiheit, Frankfurt, 1976,  Stroemfeld Verlag)

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S. junior: Ich mache einen entspannten Eindruck

Vorm Weißen Turm mit einem ehemaligen Telekom-Mitarbeiter ins Gespräch gekommen, der Computerkurse für alte Menschen, betreut von jungen Menschen, initiiert hat. S. junior stellt sich dazu und das Gespräch kommt über Tod und Angst der Jungen, wenn der Vater über seine Beerdigung und den Tod vorher nachdenkt auf das Leben, dass man sinnvollerweise entspannt genießen sollte (weil das entspannt). S. macht mir das Kompliment, dass ich auf ihn den Eindruck mache, dass ich das Leben genießen würde. Er erzählt von seiner jetzt 15-jährigen Tochter, die mit vier Jahren einen Gehirntumor hatte und nach Auskunft der Ärzte nicht mehr lange zu leben. Seitdem macht er sich keinen Stress mehr, obwohl er viel zu tun hat.