Archiv der Kategorie: Schweden-1996-2016

„Ich mag mich nicht dem Materialismus verschachern, aber ich fühl mich wohl in einem Auto.“

James Simon Kunen „Erdbeermanifest. Dort das Zitat “Ich mag mich nicht dem Materialismus verschachern, aber ich fühl mich wohl in einem Auto. Einfach fahren, bewegen, dahinrollen, weggleiten von einem Ort. Nicht so sehr irgendwohin, aber irgendwoweg, sich wegbewegen, schnell fahren, während man bestimmte Songs hört. Mit anderen Wagen auf der Straße sein und sich vorstellen, wer drinsitzt und wohin sie wollen. Parken ist das Gegenteil von alldem. Ich mag einen Wagen nicht parken.”

erdbeermanifestJames Simon Kunen, Erdbeermanifest, Notizen zur Columbia Revolte, März Verlag, Darmstadt 1969

 

Junge Schwedin

Für das Kunstarchiv Darmstadt habe ich im Juli 2014 Bilder aus der HEAG-Sammlung fotografiert und dort war ein Bild auf der Rückseite mit „Junge Schwedin“ beschriftet:

crau20140716-0045mDas ist natürlich witzig, weil es so unerwartet das Gegenteil von „Alter Schwede“ benennt. Der 1921 geborene Künstler Ernst Schonnefeld, ist seit 1953 Mitglied der Darmstädter Sezession und lebte und arbeitet in Bensheim-Auerbach, die Frau auf dem Bild heisst Birgit Grohn und wurde im März 1964 gemalt. Am 16. August 2014 stand ein Nachruf von Roland Held im Darmstädter Echo („Erst das Sehen, dann die Idee – Zum Tode des Bergsträßer Malerphilosophen Ernst Schonnefeld“).

Ernst Schonnefeldt: Junge Schwedin, 1964

Ernst Schonnefeld: Junge Schwedin, 1964

Und hier noch eine andere junge Schwedin: Arvida Byström, schwedisches Model und Künstlerin:

It’s time for the arm-bush ambush. Summer is a time when most women unquestioningly invest a lot of time, money and pain in hair removal, but many of London’s young feminists are becoming part of a growing revival. While this year has been declared “the year of the bush” for our lower regions, many women think that particular forest is old territory. Recently, outspoken trendsetting ladies (and uh… Madonna) have started cultivating their underarm gardens.Mehr

Interessante Künstlerin, hier ein Selbstportrait von ihrer Website


Hier noch die Google-Bildersuche nach Arvida Byström

Der Weblog ist schon älter (Monday, May 17, 2010), dort auf der Titelseite der schöne Satz „Sorry for not writing in english.“

Und zur Redewendung  „Alter Schwede“ steht bei Wikipedia: Alter Schwede, manchmal auch Alter Verwalter, ist ein Ausdruck aus der Umgangssprache, ein sogenannter „Schnack“ aus dem Niederdeutschen. Ohne sich auf eine konkrete Person zu beziehen, benutzt man „Alter Schwede“ als Ausdruck des Erstaunens. Ein bedeutungsähnlicher Ausdruck wäre beispielsweise „Donnerlittchen“.
Bezogen auf eine konkrete Person drückt „Alter Schwede“ eine nicht ganz ernst gemeinte Empörung aus, vergleichbar mit „mein lieber Schwan“ oder „Freundchen“.
Die Redewendung „Alter Schwede“ wird auch unter Freunden im Sinne von „Kumpel“ oder „Kamerad“ gebraucht: „Na, Du alter Schwede!“.
Wortherkunft
Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges ließ Friedrich Wilhelm bewährte und erfahrene schwedische Soldaten für sein Heer als Ausbilder anwerben. Weil sie sich besonders gut auf den Drill verstanden, wurden sie meist als Unteroffiziere eingesetzt. In der Soldatensprache wurden diese Korporale dann kurzweg „die alten Schweden“ genannt.

Und natürlich gibt es auch eine Website www.alter-schwede.de

Andere alte Autos, alte Gedichte, alte Kamera und alte Sachen

Ach, was hab ich plötzlich eine Sehnsucht mit einem alten Auto loszufahren, meine alte Hasselblad mitzunehmen, alte Fotos zu machen und alten Gedanken hinterher zu hängen. Alt ist das neue Neu. Alte Bücher mitnehmen (Tom Robbins), alte Gedichte lernen (Goethe und Max-Hermann Neiße), alt zu sein, langsam zu sein (jung ist immer schnell). Welchen Cabrio hatte Arno damals in Vauxtin? War das ein Peugeot 504:pagenstecher-300_PEUGEOT_504_Cabrio

Und von Max-Hermann Neiße ist das wunderschöne Gedicht „Dein Haar hat Lieder, die ich liebe“, das ich auch auswendig gelernt habe. Gedichte auswendig lernen ist auch altmodisch, aber ich mag es, auch wenn ich mir manchmal ein leidenschaftliches „Nein“ einfange, wenn ich (ganz) selten frage, ob ich meinem Gegenüber eins aufsagen darf (klingt wie die Bitte um Erlaubnis, auch seltsam).

Max-Hermann Neiße (Foto: Max Glauer, 1867–1935)

Max-Hermann Neiße (Foto: Max Glauer, 1867–1935)

Der schöne 504-Blog, den ich auf der Google-Bildersuche nach „Peugeot 504 Cabrio“ gefunden habe, hat mich auf die Idee gebracht, diesen Beitrag zu schreiben.

Nach Schweden mit einem Volvo und meiner Hasselblad

2016 will ich im Sommer mit einem Volvo-Kombi und meiner Hasselblad (hier ein großes Dankeschön an die Familie der Darmstädter Architektur-Fotografin Renate Gruber für dieses wunderschöne, großzügige Geschenk) wieder mal nach Schweden fahren. 20 Jahre nach der Schweden-Reise mit meiner Ex-Frau und dem gelben Mercedes im Sommer 1996, als wir zur Taufe von Giovanna und Lars` Tochter nach Horndal eingeladen waren. Und 10 Jahre vor dem 100-jährigen Volvo-Jubiläum. Zur Sommersonnenwende am Dienstag, 21. Juni 2016 wäre ich gerne an einem schönen Platz in Schweden. Da wäre es sinnvoll am 17. Juni schon loszufahren. Dirk und Verena wohnen ja ziemlich weit oben.

Ich vor einem weißen Volvo (Foto: Martin Rau)

Ich vor einem weißen Volvo (Foto: Martin Rau)

Erst mal muss ich mich nach einem schönen Volvo-Kombi umschauen. Dann will ich die analogen Fotos der letzten Reise sichten, zeigen und ein Buch daraus machen, das ich mit auf die Reise nehme. Auf der Hinfahrt über die Fehrmarnsund-Brücke fahren (Vogelfluglinie hieß das mal und es gibt ein Plattencover mit dem Titel „Lieder, die uns Brücken bauen“ mit der Brücke, auf dem ich zu sehen bin, hat mein Vater mal entworfen und fotografiert):

plattencover-lieder-die-uns-bruecken-bauen

Der Junge im Anorak bin ich, hinter mir steht ein Mitarbeiter meines Vaters.

Clay Ketter und seine Familie hatten wir damals auch in der Nähe von Malmö besucht, habe ihn in Facebook kürzlich angeklickt, vielleicht besuche ich ihn. Auf dem Hin- oder Rückweg unbedingt in Schloss Gripsholm (Danke für den Korrekturhinweis an VisitSweden) vorbeigucken, an Kurt Tucholsky denken und die Gemäldegalerie angucken. Und dann noch eine Idee finden, unter der ich die Reise analog, digitial und schriftlich dokumentieren kann.

Schweden-1996-2016

Norwegen

Ich will zwar mit dem Volvo nach Dänemark und Schweden, sammle aber in diesem Zusammenhang auch interessantes über die anderen skandinavischen Länder:
Norwegens schönste Straßen: Kunst am Fjord. Sie führen vorbei am Meer oder an eisblauen Gletschern: Auf den 18 norwegischen Landschaftsrouten muss man einfach immer wieder stehenbleiben und staunen. Auch wegen der Kunst. Auf den „Nasjonale turistveger“ gehört sie zur Rast – und regt zum Nachdenken an. Zum Artikel bei Spiegel-Online