Archiv der Kategorie: Location

Wieder im Zweifreude eine Musikentdeckung gemacht: David August

David August exclusive house & disco mix

david-august-furDavid August (geboren in Hamburg, eigentlich David Nattkemper) ist ein deutscher DJ und Musikproduzent der Genres Deep House und House. Derzeit lebt er in Berlin und absolviert dort ein Tonmeister-Studium. Quelle: Wikipedia

Hier ein paar Links:
Hamburg’s young house star recently moved to Berlin. But it’s not for the reasons you may think.
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dj-david-augustHier ein Link zum Zweifreude

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Urlaub im Odenwald: Ferienwohnung im Mossautal und Baden am Marbachstausee

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Von einen wunderschönen Urlaub im Odenwald möchte ich berichten.

Wir waren in der Daumsmühle, (50 min. von Darmstadt) bei der sehr netten Familie Scior-Walther in der Ferienwohnung Waldblick für 50 Euro pro Nacht = 350 Euro für sieben Nächte, dazu 30 Euro für tägliche Brötchen für 3 Leute an 6 Tagen (insgesamt 8 Teile, die jeden Morgen frisch vor der Tür hingen). Man versorgt sich selbst, die komplett eingerichtete, großzügige Wohnung hat drei Schlafzimmer (mit insgesamt 7 Betten, wir haben nur zwei Zimmer genutzt). Link zur Website der Daumsmühle.

Auf der Website Odenwald-Tourismus kann man komfortabel nach Ferienwohnungen, Hotels und Gastronomie suchen.

Einen guten Latte Machiatto (oder „Odenwälder Schichtkaffee“, wie ihn Rolf Tilly auf der Veste Otzberg nennt) gibt´s im Café Marbachtal an der Kreuzung in Mossautal/Hüttenthal. Direkt daneben steht auf einem Spielplatz auch eine Tischtennisplatte im Freien, die bei einer Bespielung (Dank an T., E. und L. für die Geduld bei der Unterbrechung auf dem Weg zum kühlen Marbachstausee) schlecht abgeschnitten hat: Sehr poröse Oberfläche. Eine weitere Tischntennisplatte hatte ich im Freibad in Güttersbach gesehen, aber nicht getestet.

Und das Beste: Die Rückfahrt am letzten Tag hat nur eine Stunde gedauert.

Vulkan-Gefahr in der Eifel in Jahrtausenden oder in ein paar Monaten

Mitte Mai habe ich beim Stöbern in WKW die Gruppe „Vulkangefahr in der Eifel“ entdeckt (die sich allerdings Anfang Juni scheinbar aufgelöst hat). Eine kleine Gruppe mit weniger Mitgliedern als meine eigene WKW-Gruppe zum Fotobuch  EISENBAHNMUSEUM DARMSTADT-KRANICHSTEIN. Einige Recherchen zu dem spannenden Thema führen mich zu Spiegel-Online und zur Seite des Kölner Stadt-Anzeigers (Hallo Köln!), die darüber berichten:

Forscher warnen vor Vulkan-Gefahr in der Eifel: „Womöglich vergehen noch Jahrtausende, es kann aber auch schon in ein paar Monaten so weit sein“
Quelle: Spiegel-Online

So sagt der Leiter der Erdbebenstation Bensberg, Klaus-Günter Hinzen: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass innerhalb der nächsten 30 000 Jahre mit starker Aktivität zu rechnen ist.“

Der Kölner Stadt fühlt da eher wie ich und überschreibt den Artikel schön mit „Viel heiße Luft um die heiße Eifel“. Der Spiegel scheint das Thema da ernster (sozusagen „trockener“) zu nehmen.
Quelle:  Kölner Stadt-Anzeiger

GrubeMessel, Darmstadt

Schon bei meinem interessanten Fotojob in der Grube Messel letztes Jahr (also 2009) fand ich es bemerkenswert, zu beobachten wie die Paläontologen ein völlig anderes Zeitgefühl haben. Und ich hatte immer das Gefühl, dass sich das auch in einer entspannten Sicht auf die Hektiken des Alltags äußert. Mich selbst hat der Besuch in der fast „zeitlosen“ Grube Messel sehr entspannt und die Aussicht, dass ein gefährliches Ereignis „in Jahrtausenden oder ein paar Monaten“ stattfinden könnte löst ein Gefühl lähmender Entspanntheit in mir aus und dieser Fatalismus führt mich dann auch direkt zu meinem Lieblingsthema „Frieden durch Faulheit„.

Wintersport-Archäologie – Jäger der verlorenen Pisten

Verwaiste Lifte, verrottete Gletschertunnel: Eine verschworene Gemeinschaft von Hobby-Geschichtsforschern ergründet in den Alpen die Geheimnisse stillgelegter Skipisten. Dabei fördert sie Erstaunliches zu Tage…

Seilbahn Cervinia Funivia am Furgggrat. Foto: Kristian Hasenjäger (Quelle: Spiegel-Online)

Kristian Hasenjäger und sein Begleiter gehören zu einem so kleinen wie verschworenen Zirkel von Freizeitforschern, die eine außergewöhnliche Leidenschaft teilen: die Erforschung aufgegebener Skigebiete. Die Jäger der verlorenen Pisten schlagen sich auf der Suche nach verrostenden Liftanlagen durch die Alpen, durchstreifen eingestürzte Seilbahngebäude oder bezwingen zugewucherte Abfahrtsrinnen. „Es sind vielleicht 40 oder 50 Personen, die diesem Hobby ernsthaft nachgehen“, schätzt Hasenjäger.

Ihr Treiben dokumentieren sie im Internet: Digitale Diskussionsforen dienen den Jägern als Stammtisch, neueste Erkenntnisse präsentieren sie in eigenen Threads. Kongresse hält die Truppe gleich am Berg ab. Ihr Codewort lautet LSAP, das ist die Abkürzung für „Lost Ski Area Project“.

Zum kompletten Artikel von Tim Tolsdorff auf Spiegel-Online.

Website retrofutur von Kristian Hasenjäger: retrofutur:. befasst sich mit Infrastruktur im Gebirge und mit Aspekten urbaner Landschaften vorwiegend in Südeuropa. Ferner wirkt .:retrofutur:. als simples persönliches Album für niedrigkommerzielle Aktivitäten bzw. Reisen. .:retrofutur:. ist hierarchisch strukturiert und enthält dzt. etwa 10.000 Elemente.

Rau unter Rädern? Artikel im Darmstäder Echo

Zum Glück bin ich noch nicht unter die Räder gekommen. Klaus Honold vom Darmstädter Echo war gestern (am 20.4.2010)  hier und hat einen sehr schönen Artikel über meine Arbeit an dem Buch übers Eisenbahnmuseum geschrieben:

Rau unter Rädern – Neue Sicht auf altes Eisen

Fotografie: Der Darmstädter Christoph Rau arbeitet an einem Bildband über das Eisenbahnmuseum Kranichstein

Andere Ansichten: Fotograf Christoph Rau bei der Bildbearbeitung. Foto: Roman Grösser

DARMSTADT. Unten ist sie rot. Oben ist sie schwarz. Darüber flockt Dampf in den weißen Himmel. Nach Kindern und Katzen sind Lokomotiven das wohl beliebteste Motiv der Fotografie. Sind Sonderzüge unterwegs, säumen Heerscharen von Hobbyfotografen die Strecke. Ja, es gibt sogar eigens für die Fans organisierte und von diesen finanzierte ,,Fotozüge”, in deren Wagen niemand reist und keine Güter transportiert werden: Sie dienen allein als Lustobjekt.

Die Eisenbahnfotografie ist fast so alt wie die Eisenbahn selbst – und die feiert in Deutschland heuer ihren 175. Geburtstag. Anfangs wurden Züge ausschließlich von den Herstellern fotografiert – Dokumentation und Werbung. Erst um 1900 erweiterten sich Motive und Motivation: Züge in der Landschaft, Menschen im Bahnhof. Nach dem ersten Weltkrieg wurde an der Technischen Hochschule Darmstadt das berühmte ,,Deutsche Lokbildarchiv” aufgebaut – fotografiebegeisterte Studenten wie Hermann Maey, Carl Bellingrodt und Werner Hubert waren die Gründer dieser Sammlung, die in den späten dreißiger Jahren nach Berlin abwanderte.Der 175. Jahrestag der ersten deutschen Eisenbahnreise ist Anlass, dass nun in Darmstadt erneut eine die Eisenbahn abbildende Fotosammlung entsteht. Ihr Urheber: der Darmstädter Lichtbildner Christoph Rau (52).

Mehr Informationen zu Christoph Raus Eisenbahn-Projekt unter www.christoph-rau.de.

Doch was Rau macht, hat weder mit dem stets auf Vollständigkeit zielenden Ehrgeiz der frühen Eisenbahnberufsfotografen zu tun, noch mit dem nostalgischen Lyrismus der heutigen ferrophilen Fans. Rau verwandelt Gegenstände und ihre Oberflächen in Bilder – nicht selten so abstrahiert, dass sie sich ganz aus ihrer Umwelt lösen. Eine literarische Methode, denn wenn Dinge fremd erscheinen, erzählen sie eine neue, eine andere Geschichte als die gewohnte. Auch Menschen treten so vom Rand ins Zentrum.Raus Blickfeld ist seit Monaten das Eisenbahnmuseum Kranichstein (34). Eigentlich ein Rätsel, dass es noch keine Bildsammlung seiner Schätze gibt – ist das Museum mittlerweile doch selbst eines der größten industriegeschichtlichen Denkmale. Auf ,,offene Türen”, so Rau, sei er bei den Museumsleuten gestoßen, als er ihnen sein Projekt unterbreitete: Fotostreifzüge in alle Ecken, Winkel und Hallen, eine tendenziell unendliche Bildergalerie, die – erste Station – in ein Büchlein mit 250 Abbildungen münden soll.,,Die waren glücklich”, erinnert sich Rau. Vereinschef Uwe Breitmeier (61) lässt Rau freie Hand, so dass er auch mal nachts losziehen kann. Es gibt keine Tabus – Geschichten können eben auch Waggonruinen erzählen, die andere für Schrott halten, die von den Museumsbahnern jedoch als ,,unser Arbeitsvorrat für die nächsten tausend Jahre” bezeichnet werden. Industriehistoriker denken eben langfristig.

Werkstatt-Tür im Eisenbahnmuseum Darmstadt-KranichsteinWerkstatt-Tür im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein, Foto: Christoph Rau

Rau und sein Darmstädter Verleger Gerd Ohlhauser (,,SURFACE BOOK“) dagegen planen in überschaubaren Etappen – ihr Buch soll zum Tag des offenen Denkmals (12. September) vorliegen, im selben handlichen Kleinformat, in dem vergangenes Jahr bereits das Vademecum ,,Stadt der Künste – 25 Jahre Kunstarchiv” erschienen ist. Raus Bilder mögen wohl manchen Eisenbahnfan irritieren. Viele aber werden erfreut das Gefühl haben, als sähen die Objekte ihrer Begierde das erste Mal.

Die 1-Million-£-Verbrennung

Interessante und merkwürdige Aktion und dazu intelligente Protagonisten: 1 Million Pfund zu verbrennen. Hier ein Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom März 1998 und dazwischen Interviews mit den beiden Verbrennern Bill Drummond und Jimmy Cauty. Drummond und Cauty waren die Begründer der Band KLF. KLF (Kopyright Liberation FrontKings of Low Frequency) war eine in der elektronischen Tanzmusik einflussreiche britische Musikgruppe in den späten 1980ern und frühen 1990ern. Quelle: Wikipedia Rote Hervorhebungen von mir.

Ein Autodafe‘ des Geldes in Schottland (Frankfurter Rundschau am 14. 03. 98, Autor: Uwe Schütte, hier gefunden)

Ist es bereits ein künstlerischer Akt, wenn man genau das Gegenteil dessen tut, was wir alle die ganze Zeit versuchen, nämlich soviel Geld wie möglich anzuhäufen? Bill Drummond und Jimmy Cauty verstehen sich als Künstler, obwohl die meisten Engländer sie eher für Verrückte oder zumindest für Exzentriker halten. Zugegebenerweise muss man nicht unbedingt ein um finanzielle Sicherheit besorgtes Mitglied der middle class sein, um das Verbrennen von einer Million Pfund Sterling (also immerhin rund 3 Millionen Mark) für verrückt zu halten. Dass Drummond und Cauty dieses Geld nicht durch sogenannte harte Arbeit, sondern mit ein paar Disco-Platten verdient hatten, die sie mit großem Hitparadenerfolg Anfang der neunziger Jahre unter dem Namen KLF veröffentlichten, vermag die Einäscherung nur unzureichend zu entschuldigen.

Für ihre Neigung zu Aktionen irgendwo zwischen Anarchie und Clownerie sind Drummond und Cauty in England hinreichend bekannt. Als KLF 1992 von der britischen Musikindustrie zur ,,Besten Band des Jahres“ gekürt wurden, dankten sie dafür, indem sie das Publikum der Preisfeier aus Maschinengewehren mit Platzpatronen beschossen. Kurz darauf ließen die beiden ihre Platten aus dem Handel ziehen und gaben die Gründung der Kart Foundation bekannt. Auf ganzseitigen Zeitungsanzeigen teilten sie die Absicht mit, einen Preis für den schlechtesten Künstler Großbritanniens anzusetzen. Als dann 1993 der angesehene Turner Prize an Rachel Whiteread verliehen wurde, erhielt sie prompt auch die „Auszeichnung“ der K Foundation zugesprochen. Diese war mit einem Preisgeld von 40000 Pfund allerdings doppelt so hoch dotiert wie der Turner Prize.

Als Drummond und Cauty einige Monate später ankündigten, dass sie ihr Gesamtvermögen von einer Million Pfund verbrennen wollten, schenkte ihnen kaum jemand Glauben. Nur ein Assistent und ein befreundeter Künstler mit einer Videokamera waren dabei, als Drummond/ Cauty in den frühen Morgenstunden des 23. August 1994 ihr Geld auf der schottischen Insel Jum dem Feuer übergaben. Der dabei entstandene Dokumentarfilm Watch the K Foundation Burn a Million Quid wurde ein Jahr später im Gemeindesaal Juras gezeigt und tourte mehrere Monate durch England. Die Vorführungen, in Anwesenheit von Drummond/Cauty, provozierten sowohl Ausbrüche von Gewalttätigkeiten als auch großer Langeweile angesichts des monotonen, über eine Stunde dauernden In-die-Flammen-Schaufelns der Banknoten.

Ein im Londoner Ellipsis Verlag erschienener Band hat nun in Großbritannien für ein Wiederaufflammen der scharfen Kontroversen um das so spektakuläre wie kryptische auto-dafé gesorgt. Das Buch verbindet Standbilder aus dem Film mit spontanen Reaktionen aus den Diskussionen, die nach den Vorführungen mit Drummond/Cauty stattfanden. Außerdem sind Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Briefe an die K Foundation und Stellungnahmen darin abgedruckt.

Diese zumeist kurzen Textstücke fügen sich mosaikartig zu einem komplexen Bild, das interessantere Einblicke in die tieferen Bedeutungsschichten der Vernichtungstat ermöglicht, als Erklärungen von Unzurechnungsfähigkeit in der Boulevardpresse oder Plattitüden über kulturelle Subversivität seitens saturierter Berufskritiker im Spätprogramm der BBC. Drummond und Cauty waren vom niedrigen Niveau der öffentlichen Diskussionen so enttäuscht, dass sie Ende 1995 ankündigten, die Existenz der K Foundation für genau 23 Jahre zu suspendieren. Über ihren finanziellen Suizid wollen sie sich während dieses Zeitraums jeden Kommentars enthalten. Zur Besiegelung des Pakts beschrifteten sie einen Gebrauchtwagen mit ihrer Absichtserklärung und stießen ihn am 5.11.1995 über den Rand einer 200 Meter tiefen Schlucht bei Cape Wrath, Schottland.

Drummond und Cauty, so lautet eines der überraschenden Ergebnisse des Bands, stehen ihrer Verbrennungstat genauso hilflos gegenüber wie die meisten Zuschauer dem Inhalt des Films. Die Anwesenheit der beiden diente aber nicht der Rechtfertigung gegenüber dem Publikum, das zumeist aus ehemaligen Fans bestand, deren Plattenkäufe das vernichtete Vermögen geschaffen hatten. Vielmehr waren es Drummond/Cauty, welche von den Zuschauern Aufklärung verlangten, im Sinne der Fragen auf den Ankündigungsplakaten: War es ein Verbrechen? War es Wahnsinn? War es eine Investition? War es Rock’n’roll? War es eine Obszönität? War es Kunst? War es ein politisches Statement? War es Blödsinn?“

Nicht wenige Diskussionsteilnehmer bejahten die letzte Frage. Man griff Drummond/Cauty mit dem Argument an, dass sie kein Recht besaßen, das Geld auf diese Weise dem Wirtschaftskreislauf zu entziehen. Zumindest einer wohltätigen Organisation hätten sie es schenken sollen. Kurz: Eigentum verpflichtet. Die Frage, wem Geld also in letzter Instanz gehört – der Gesellschaft, dem Besitzer oder gar dem Geber? – beschäftigt Drummond/Cauty aber schon länger. Die beiden hatten schon bei einem Rave im Jahr 1989 ihren Lohn von tausend Pfund in das tanzende Publikum geworfen – auf jede der tausend Banknoten hatten sie zuvor per Hand „Children we love you““ geschrieben.

Unzweifelhaft ist Drummond/Cauty etwas gelungen, was postmoderne Kunsttheorien zu widerlegen scheint, erklärte ein Zuseher, nämlich der Vollzug eines künstlerischen Aktes, den noch nie jemand zuvor in dieser Radikalität ausgeführt hat. Nach englischem Recht ist es verboten, Geldscheine zu durchlöchern, zu beschmieren oder in sonst einer Weise zu beschädigen. Für Verbrennen von Geld ist jedoch keine Strafe vorgesehen. Ein Anthropologe wies darauf hin, dass man nur über den Horizont unserer Kultur hinausblicken muss, um auf vergleichbare Praktiken zu stoßen. So existiert in amerikanischen Stammesgesellschaften das Potlatsch, das auf dem Ausgleich sozialer Ungleichheit abzielt, indem es Aufstieg in der gesellschaftlichen Hierarchie von der bewussten Zerstörung oder Verschenkung des eigenen Besitzes abhängig macht.

Sogenannten primitiven Kulturen ist auch die magische Vorstellung, dass freiwillig vernichtetes Eigentum in einer anderen Form zurückkehrt, nicht fremd. Die Opferungstat von Drummond/Cauty wäre so gesehen ein magisches Experiment mit ungewissem Ausgang, das ein Vertrauen in die Existenz des Unmöglichen voraussetzt, wie man es sonst nur bei Schamanen oder anderen Zauberkundigen findet. Geld erwies sich dazu als das geeignetste Versuchsmittel, denn in keinem anderen Medium hat das Magische den Anbruch der Moderne konzentrierter überdauert. Wie bereits jedes Kind weiß, ist Geld das mächtigste aller Zaubermittel, denn mit ihm lässt sich jeder Traum erfüllen. Kein Wunder also, dass wir seinem Bann erlegen sind. Und wenn das goldene Kalb, um das wir alle tanzen, sich seiner materiellen Manifestation in naher Zukunft gänzlich entledigt hat, weil wir unseren Zahlungsverkehr dann auf rein elektronischem Wege abwickeln, wird sich dessen magische Qualität dadurch nur noch potenzieren.

Der Zorn, der Drummond/Cauty zumeist entgegenschlägt, gilt Häretikern, die es unerschrocken gewagt haben, den heiligsten Fetisch unserer Kultur zu entweihen. Manche Reaktionen waren differenzierter. Seine gesamte Weltsicht habe sich in der vergangenen Stunde geändert, sagte ein Zuschauer. Ein anderer erklärte, er habe anfangs erwartet, der Anblick verbrennenden Geldes würde ihn ärgerlich machen. Statt dessen sei ihm vom Betrachten des Films übel geworden, weil er erkannt habe, welch unheimliche Macht das Geld über ihn besitzt.

Die Verbrennung des Geldes mag also unzweifelhaft rituelle Züge tragen, nicht zuletzt solche christlicher Provenienz von der reinigenden und sühnenden Wirkung der Flammen. In letzter Konsequenz aber ist der Scheiterhaufen, den die K Foundation ihrem Millionenvermögen bereitet hat, ein gänzlich eigentümlicher Versuch, die Fackel der Aufklärung ins nächste Jahrtausend weiter zutragen.

Bevor es jedoch wieder Gelegenheit geben wird, mit der K Foundation über derartige Fragen zu diskutieren, wird man bis zum Jahr 2018 warten müssen, wenn das selbstauferlegte Diskussionsmoratorium ausläuft. Im Augenblick tragen Druinmond/Cauty sich mit dem Gedanken, das Ende dieses Jahrtausends mit der Errichtung einer Pyramide aus knapp 88 Millionen Ziegelsteinen zu würdigen einen für jeden Menschen, der während des 20. Jahrhunderts in Großbritannien gelebt hat.

Eion Colfer schreibt „Per Anhalter …“ weiter

Keine Panik – die Reise per Anhalter durch die Galaxis geht weiter

Weltweit wurde die Serie „Per Anhalter durch die Galaxis” über 20 Millionen Mal verkauft. Acht Jahre nach dem Tod des Autors Douglas Adams hat nun seine Witwe den Bestsellerautor Eoin Colfer („Artemis Fowl“) damit betraut, einen sechsten Band zu jener legendären Trilogie in 5 Teilen zu schreiben. Und das unendlich Unwahrscheinliche wird Wirklichkeit …

Arthur Dents zufällige Beziehung zum außergewöhnlichen Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ blieb nicht gänzlich ohne Zwischenfälle. Arthur hat den bekannten (und unbekannten) Weltraum bis in die letzten Winkel und darüber hinaus bereist, nachdem sein Haus (und der gesamte Planet Erde) an einem furchtbar dummen Donnerstag einer Hyperraum-Schnellstraße weichen musste. Nach diversen Eskapaden im Raum-Zeit-Kontinuum landet er schließlich zu Hause auf der geliebten Erde – die gleich darauf wieder in die Luft fliegt. Arthurs Aussichten auf eine gemütliche Tasse Tee sind nicht gerade rosig … In „Und übrigens noch was …“ bekommen wir es unter anderem mit arbeitslosen Göttern zu tun, abtrünnigen galaktischen Präsidenten, verliebten grünen Aliens, lästigen Computern und einer ziemlich großen Scheibe Käse.

Quelle: Heyne Verlag

Darauf gestoßen bin ich, weil mir Eion Colfer ein Begriff ist, seit ich auf der Fahrt nach und durch England mit meinem Sohn im Camper den kompletten „Artemis Fowl“ mir Begeisterung gehört habe.