Archiv der Kategorie: Liebe

Willy DeVille: Heaven Stood Still – Was für ein GEILES Lied!

Nach langer Zeit habe ich mal wieder Willy DeVille entdeckt:

Was für ein GEILES Lied, was für eine Stimme, was für Musiker, und welch schöner Text. Das hätte ich gerne mal live von ihm gehört und krieg immer wieder eine Gänsehaut beim Hören.

Wikpipedia-Eintrag über Willy DeVille

Beim Schreiben dieses Post (und dabei bischen an der Seite rumschrauben) dieses Konzert gehört: Willy DeVille & The Mink DeVille Band live – Germany 2008:

Noch ein Notiz aus der Wikipedia: Willy DeVille ist neben Marianne Faithfull und Leonard Cohen einer der Künstler, die in Diethard Küsters Dokumentarfilm Beautiful Losers (1997) porträtiert werden.

Über Technik: Spitfire-Motor, Kommunikation und mechanische Prinzipien

Schönes Zeitraffer-Video vom kompletten Neu-Aufbau eines alten Spitfire-Motors:

Vortrag über die Liebe von Marshall Rosenberg, der das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation entwickelt hat:

Ein alter Film über die Schönheit und Poesie mechanischer Prinzipien:

Zwei gefunden beim Schockwellenreiter, das mittlere Video nach einem Gespräch mit meiner Schwester A. entdeckt.

Für mich.

The Knife – Pass me on

In  dem sehr interessanten Weblog artifarti.de habe ich dieses Video von „The Knife“ und den ausführlichen Text dazu gefunden. Es gefällt mir, wenn ich in einem Weblog (oder einem Buch) stöbere und garnicht aufhören kann. Das ist dann gut und ich kaufe das Buch (oder zitiere den Blog – diesen demnächst sicher auch nochmal mit dem Text über „Unendlicher Spass“ von David Foster Wallace):

Begonnen sei dieser zweiteilige Blick auf einen wichtigen Mann zeitgenössischer Musikvideokunst mit seinem vielleicht wegweisendsten Werk:  Das schwedische Geschwisterduo The Knife hat im Jahr 2003 selber die Ausgangsidee zu dem Musikvideo Pass This On, die ihr regieführender Landsmann Johan Renck so subtil umzusetzen weiß, dass eines der besten Musikvideos des letzten Jahrzehnts entsteht.

Eine attraktive Dame singt aufreizend-lasziv auf melancholische Steeldrums und elektronische Beats – nicht in einem Club, sondern in dem aggressiven Umfeld einer morbide ausgestatteten Clubhütte; Durch die unfesten Kamerabewegungen meint man selbst ein Gast unter den abweisend Blickenden zu sein, in deren Gesichtern die Spannung zwischen Sängerin und Zuhörer eingraviert scheint. Doch einer kann den offensichtlichen Reizen und auffordernden Blicken der blonden Sängerin nicht widerstehen. Er läuft auf sie zu, beginnt zu tanzen, wie elektrisiert stets den direkten Augenkontakt haltend. Die Stimmung kippt. Auf einmal stehen auch andere Zuschauer auf, tanzen miteinander. Selbst der zunächst skeptisch dreinblickende kahlrasierte Freund des ersten Tänzers setzt zu einer Art Deathdance in Richtung Tanzfläche an; Musik als Liebeserklärung und gleichsam Mittel zur Völkerverständigung.

Wieso aber bleibt eine Frau anscheinend entgegen des Videokonzepts unter den Zuhörern sitzen? mehr…

Ishmael Beah: Rückkehr ins Leben – Ich war Kindersoldat

… heisst ein Buch, dass ich mir vor langer Zeit nach einem Zeitungsartikel gekauft und jetzt erst gelesen habe. Ich war gefesselt und berührt. Im Internet sind Interviews und Vorträge mit Ishmael Beah zu finden, die die Echtheit seiner brutalen Erlebnisse unterstreichen.

"My heart's son": Laura Simms took Ishmael Beah under her  wing, helping him immigrate to the USA.

"My heart's son": Laura Simms took Ishmael Beah under her wing, helping him immigrate to the USA.

Quelle des Bildes: War-torn childhood ‚A Long Way Gone,‘ but not forgotten, Artikel vom 14.2.2007 auf USA Today

Rezensionsnotiz zur Rezension Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2008, Quelle: Perlentaucher

Berührt zeigt sich Karen Krüger von der Geschichte des ehemaligen Kindersoldaten Ishmael Beah, die nun auf Deutsch vorliegt. Sie kennt kein anderes „vergleichbar authentisches Dokument“ über Kindersoldaten in Liberia und Sierra Leona. Ausführlich berichtet sie über die Zerstörung von Beahs Dorf, seine Flucht durch den Dschungel, die Rekrutierung als Kindersoldat mit zwölf Jahren, wie er lernte, mit der Waffe umzugehen, Menschen zu foltern und zu töten. Beahs Schilderungen sind ihr sichtlich nahe gegangen, obwohl oder gerade weil sie überaus nüchtern und distanziert sind. „Töten war so leicht geworden wie Wassertrinken“, zitiert sie den Autor, der das Glück hatte, durch Hilfe der Unicef nach drei Jahren als Kindersoldat in ein Rehabilitationscamp für ehemalige Kindersoldaten zu kommen. Fast wie ein Roman erscheinen ihr die Eckdaten seiner weiteren Biografie: er wurde von einer Amerikanerin adoptiert, studierte Politik, arbeitet heute für Human Rights Watch und wurde im November zum ersten Unicef-Anwalt für vom Krieg betroffene Kinder ernannt.

Ein Interview mit Ishmael im amerikanischen Fernsehen:

Hier das Video eines Vortrages von Ishamel Beah:

Memoirs of a Boy Soldier. Ein langes Gespräch mit Lesung von Ishmael Beah. 1 Stunde, 15 Minuten, mit der Möglichkeit Sequenzen einzeln anzusehen. Klicken Sie hier (das Einbetten klappt nicht).

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„SOUL KITCHEN“ – La Paloma, Kochen und die Liebe zum Leben

Letzten Freitag war ich auf der Vorpremiere von SOUL KITCHEN im Rex Kino Darmstadt. Oh, es war wunderbar, volles Kino, begeistertes Publikum und viele La Paloma-Versionen im Soundtrack. Natürlich auch sonst wieder richtig gute Musik (die bei Fatih Akin, wie bei seinem Bruder im Geiste Emir Kusturica, immer eine besonderes Highlight der Filme ist).
Danach kamen Regisseur und Produzent Fatih Akin und sein Hauptdarsteller Adam Bousdoukos ins Kino und haben Fragen  zum Film beantwortet und von den Dreharbeiten erzählt. Andreas Heidenreich vom Weiterstädter Filmfest hat das Gespräch moderiert.

Die Story (von der Website zum Film):
Kneipenbesitzer Zinos ist vom Pech verfolgt: erst zieht seine Freundin Nadine für einen neuen Job nach Shanghai, dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall. Als er in seiner Not den exzentrischen Spitzenkoch Shayn engagiert, bleiben auf einmal auch noch die ohnehin schon wenigen Stammgäste aus. Und als wäre das nicht schon genug, taucht auch noch sein leicht krimineller Bruder Illias auf und bittet ihn um Hilfe. Während Zinos noch überlegt, wie er den Laden los wird, um Nadine nach China folgen zu können, locken Musik und die ausgefallene Speisekarte immer mehr Szenepublikum an. Das ,,Soul Kitchen“ rockt und boomt wie nie zuvor. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

SOUL KITCHEN ist ein Heimatfilm der neuen Art: Die Welt ist nicht mehr so heil und das Dorf ist ein Restaurant, der Regisseur heißt Fatih Akin und vor der Kamera versammelt er ein ,Best Of‘ aus seinen früheren Filmen – Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu und Birol Ünel. Es geht um Familie und Freunde, um Liebe, Vertrauen und Loyalität – und um den Kampf für die Heimat als einen Ort, den es in einer zunehmend unberechenbaren Welt zu schützen gilt.

Adam Bousdoukos war mit Spiegel-Online noch einmal an den Drehorten von SOUL KITCHEN und sagt in einem Video auf Spiegel-Online über den Film:

Heimat, was ist Heimat? Meine Heimat ist Hamburg. … Es ist ein Liebesfilm, aus mehreren Gründen, nicht nur, weil er einer Frau hinterher fährt aus Liebe, bis nach Shanghai, es ist ein Liebesfilm, weil er seinen Laden liebt, er lernt seinen Laden zu lieben, was er vorher nicht getan hat, er lernt seine Leute zu lieben, seinen Bruder zu lieben, und das Leben zu lieben, seine Heimat zu lieben, seinen Ort zu lieben, seinen Platz in dieser Welt, also dieser ganze Film ist ein Liebesfilm.

SOUL KITCHEN ist ein wunderbarer, witziger und herzerwärmender Film (epd-Film hat ihn mit FÜNF Sterne bewertet, die hat dort schon lange kein Film mehr bekommen). SOUL KITCHEN läuft ab 25.12.2009  in den Helia-Kinos in Darmstadt. Hier noch mal der Trailer:

Und weil der Film vom Kochen handelt, hier dazu noch ein Auszug aus der Filmkritik in epd-Film:
Und wenngleich das Kochen in
Soul Kitchen vor allem als Sinnbild für Leidenschaftlichkeit und ein brüderliches Miteinander dient, zeigt Akin, dass er sich ernsthaft mit der Thematik auseinandergesetzt hat. So scheint der kompromisslose, von Birol Ünel mit wunderbarer Schnoddrigkeit verkörperte Koch Shayn mit seiner zwischen Freibeuter und Samurai changierenden Attitüde geradewegs von dem realen New Yorker Küchen-Enfant-terrible Anthony Bourdain inspiriert; die Szene, in der Shayn seinen Job verliert, bekommt durch den Drehort, das Hamburger Sternelokal von Ali Güngörmüs, ein besonderes Flair; und Zinos’ Lokal wirkt durch das Lagerhaus-Setting und die Schlichtheit des Interieurs wie der Hamburger Ableger des weltberühmten Kopenhagener Avantgarderestaurants Noma. So kommt die Haute Cuisine nach Wilhelmsburg, und eine der schönsten Szenen zeigt denn auch einen Haufen cooler Kiezmusiker, die sich zunächst über Shayns Kreationen lustig machen, nach dem Überwinden ihrer Berührungsängste jedoch nicht genug davon bekommen können.

Fatih Akin im Spiegel-Gespräch: „Ich hatte Bock zu lachen“. Dort auch Filmauschnitte.

David Cooper über Sucht

Sucht bedeutet wesentlich, mit der eigenen Freiheit russisches Roulette zu spielen. Überlebt man das erste Mal, ist es, um das mindeste zu sagen, wichtig, sobald als möglich die Entscheidung zu treffen, den Abzug nicht weiter zu bedienen. … Bei der Sucht entsteht die Veränderung nicht aus der analytischen Einsicht, sondern durch die intentionale Veränderung der eigenen Praxis, der Veränderung seines Lebens im richtigen Kontext. … Manche Drogenabhängigkeiten mögen in der Tat Sicherheitsvorkehrungen sein, die auf ein Bleiben in der Welt gezielt sind oder auf die Aufrechterhaltung eines minimalen Kontakts mit der normalen Welt. Zigaretten (und Alkohol und andere Drogen) können wie Nabelschnüre sein zwischen der normalen Welt und einem Selbst, das sie transzendieren möchte, vor der Freiheit des Überschreitens aber Angst hat. (David Cooper, Von der Notwendigkeit der Freiheit, Frankfurt, 1976,  Stroemfeld Verlag)