Mammut von Jörg Schröder bei März

Was für ein Buch, was für eine Fundgrube: Mammut -März Texte 1&2 1969-1984, Herbstein im März 1984, herausgegeben von Jörg Schröder, 1274 Seiten mit vielen Abbildungen.
https://i0.wp.com/blogs.taz.de/schroederkalender/files/2009/08/schroder-mammut.jpg
Wer gerne liest und gerne in Büchern STÖBERT (da fällt mir meine Theorie ein, dass viele Verben für relaxte, der Entspannung dienende oder Entspannung voraussetzende Handlungen ein „ö“ enthalten: mögen, stöbern, trödeln, vögeln, nörgeln, rödeln …, das muss ich mal weiter verfolgen) dem sei dieses sehr dicke, schöne Buch empfohlen. Ich besitze mein MAMMUT-Exemplar schon Jahre lang und einige Seiten sind ganz zerlesen („Taubnesseln“ von E. Sinzig oder „The Glühbirnen-Fake“ von Helke Schwan), jetzt habe ich es wieder entdeckt und andauernd will ich Links setzen oder daraus zitieren hier. Werde mal bei Jörg Schröder anfragen, ob das in Ordnung wäre. Bei ZVAB gibt´s zur Zeit 47 Ergebnisse für die Suche nach „Mammut März Schröder“, hier einige Zitate aus Buchbeschreibungen dort:
Erste Auflage dieser spannenden Anthologie. Sie „enthält 146 provokante, schöne, dumme, überraschende, freundliche, tiefsinnige, gute und böse Texte, Gedichte, Essays, Stücke, Collagen, Briefe (…)“ (Klappentext). Zu den Autoren gehören unter vielen anderen: Brinkmann, Burroughs, Ensslin, Nina Hagen, Jandl, Kerouac, Nitsch, U. Sinclair, Warhol. Umschlag leicht berieben, sonst sehr gutes Exemplar. [Schlagwörter: Erotika, Erotica, Curiosa, Sexualität, Sexuality, Sexualite; Erotische Literatur, Erotic Literature, Litterature erotique, März Verlag]
… mit Beiträgen von Bazon Brock, Plymell, M. Beach, Neal Cassady, Padgett, Chothewitz, Seuren, Ballard, Rolf Dieter Brinkmann, Apollinaire, Jack Kerouac, Neal Cassaday, Ulf Miehe, LeRoi Jones, William S. Burroughs, Frank O’Hara, Hermann Nitsch, Thorwald Proll, Berrigan, Souchy, O’Hara, Havemann, Fiedler, H. Mathews, Nina Hagen, Andy Warhol, Uve Schmidt, Upton Sinclair, Darwin, T. Wolfe, Ernst Jandl, Helmut Höge, Kenneth Patchen. Hubert Burda, Nicolas Born, Gudrun Ensslin, Bernward Vesper, Josef Dvorak, Otto Groß. Paul Goodman u.a.

Was Acid für die späten 60er Jahre war, ist MAMMUT für die mittleren 80er. Ein klinkersteindickes Buch!

Und auch die vielen Illustrationen und Photos sind es wert, dieses Buch zu besitzen, zum Beispiel eine Bildserie „Hommage a Mlle. Brigitte Bardot“ aus einer Fotosammlung, gefunden bei einem Trödler in Fulda.
https://i1.wp.com/blogs.taz.de/wp-inst/wp-content/blogs.dir/14/files/2008/01/bardot.jpg
Bei Wikipedia gibt es einen umfangreichen Artikel über Jörg Schröder, dort auch diese Beschreibung:

Einige März-Bücher wurden Kultbücher, Karl Heinz Bohrer stellte März 1972 als „den kulturrevolutionären Verlag“ der BRD heraus[2]. Jörg Schröder trat auch mit zahlreichen Aktionen hervor, welche das geschäftliche an und in der Kultur hervorkehrten (Business Art) oder die Praxis der Judikatur ad absurdum führten (Forensic Art). Am bekanntesten im Kontext dieses »erweiterten Verlegertums« [3] wurde die Bismarc Media. Im Jahr 1970 gründete Jörg Schröder diese Agentur in Genf als S.A. und in Frankfurt a.M. als GmbH. Die kryptische Agentur sollte weder anschlussfähige Konzepte entwickeln, noch Kundenaufträge ausführen. Einziger Sinn war die Einführung einer induktiven Krise, die den Bann des reinen Profitdenkens brechen sollte[4].

Ein anderes Beispiel für Business-Art ist der zusammen mit Barbara Kalender entworfene Bücherberg auf der Frankfurter Buchmesse. Spektakulär, aber ein Fehlschlag war der März-Rettungsdienst von Barbara Kalender mit dem Clou eines Schuhe putzenden Verlegers auf der Buchmesse: »En Francfort todo gira en torno a los libros, hasta limpiarse los zapatos« (El Pais, Madrid, 9. Oktober 1986) Der Aufmerksamkeitswert dieser Aktion war erfreulich, jedoch konnte sie den Verlag nicht sanieren, März musste 1987 liquidiert werden.

Im Zusammenhang von Business- und Forensic Art ist auch das letzte Literaturprojekt der Beiden zu sehen. 1990 entwickelten sie ein radikal neues und bisher einmalig gebliebenes Verlagsvertriebskonzept, mit einer am Desktop produzierten Reihe, Schröder erzählt. 1990 erscheint eine erste Folge Glückspilze im neu gegründeten März Desktop Verlag (Inh. Barbara Kalender). Die erste Lieferung wurde in Fuchstal hergestellt, wohin sie 1988 aus Herbstein gezogen waren. Nach einem weiteren Umzug und längeren Aufenthalt in Augsburg, leben die Beiden seit 2005 in Berlin. Seit 2002 ist Jörg Schröder Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland.

Seit 1990 veröffentlichen Barbara Kalender und Jörg Schröder viermal im Jahr ”Schröder erzählt”. Hier bloggen sie was zwischendurch so auf- und anfällt.

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Ein Gedanke zu „Mammut von Jörg Schröder bei März

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